Hochwasserschutz Bad Staffelstein
Mit den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen entlang des Lauterbaches von der Goethebrücke in Bad Staffelstein bis zur Autobahnbrücke der A 73 werden künftig 45 ha Siedlungsfläche der Stadt Bad Staffelstein vor einem Hochwasserereignis geschützt. Das sind rund 400 Häuser sowie 35 Betriebe und soziale Einrichtungen mit einem Schadenspotenzial von über 40 Mio. €.
Durch den aktuellen Innerortsausbau werden die Menschen bereits vor einem Hochwasserereignis geschützt, das statistisch 20 Jahre eintritt. Der anzustrebende Schutz vor einem statistisch alle 100 Jahre eintretenden Hochwasserereignis wird später, nach Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens (gesonderter Planungs- und Bauabschnitt) im Oberlauf des Lauterbaches, erreicht.
Der Hochwasserschutz soll durch die Errichtung von Hochwassenschutzmauern und Hochwasserschutzdeichen gewährleistet werden. Die Brücken im Maßnahmenbeneich müssen an die zukünftige Situation angepasst und daher erneuert werden.
Vorhabensträger der Maßnahme ist der Bezirk Oberfranken. Entwurfsverfasser der Maßnahme und für die Bauausführung zuständige Behörde ist das Wasserwirtschaftsamt Kronach. Die Gesamtkosten des Vorhabens sind mit 10,5 Mio. € veranschlagt.
Die Maßnahme ist in drei Lose aufgeteilt, wobei der Baubeginn des ersten Loses: Neubau Brücke "Angerstraße", Neubau Brücke "Unterer Lauterdamm", Trogbauwerk "Rotkreuzweg bis Brücke unterer Lauterdamm" und Mühlbachverrohrung Ende Mai 2009 erfolgen soll. Fertigstellung der Gesamtmaßnahme: Ende 2011.
Der Spatenstich erfolgte am 12.12.2008 durch Herrn Bezirkstagspräsidenten Dr. Günther Denzler.

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler

Der Spatenstich

Die Bautafel
Bauablauf
Los 1: Neubau der Angerbrücke, Mühlbachdüker, Trogbauwerk und Brücke "Am Unteren Lauterdamm"
Der Baubeginn für das Los 1 war im Mai 2009. Die bauausführende Firma AS-Bau, Hof, erhielt den Zuschlag bei einer Auftragssumme von 2,6 Mio. €.
Die Brückenbauwerke im Ortsbereich sind auf 20 m tiefen Bohrpfählen gegründet. Diese Bauweise war erforderlich, um größere Baugruben zu vermeiden. Als Überbaukonstruktion kam ein WIB-Überbau (Walzträger in Beton) zur Ausführung.
Beim Trogbauwerk wurde mit Betonstrukturmatrizen Typ "Allgäu" gearbeitet. Der Beton wurde nachträglich mit einem Farbbeschichtungsverfahren versehen um eine Sandsteinverkleidung zu imitieren.
Im Bereich "Am Stadtgraben" wurde der Mühlbach verrohrt und wird nun in einer Tiefe von ca. 4 m durch die Bamberger Straße geführt.
Bei dem Geländer handelt es sich um eine Sonderform, die in Farbe und Gestaltung speziell an das Kurbad angelehnt ist.

Angerbrücke vorher

Angerbrücke nachher

"Am Unteren Lauterdamm" vorher

"Am Unteren Lauterdamm" während der Bauzeit (Stand 09/2009)

"Am Unteren Lauterdamm" - "unter Wasser" (Stand 03/2010)

"Am Unteren Lauterdamm" nachher (Stand 05/2010)

Einlaufbauwerk Mühlbach

Auslaufbauwerk Mühlbach

Bohrgerät am "Unteren Lauterdamm"

WIB-Überbaukonstruktion

Strukturmatrize

Einbau Betonstrukturmatrizen und Wandbewehrung

Anstrich der Betonstruktur

Natursteinverblendung der Ufermauern im Bereich der Stadtmitte (Leistung Los 2)"
Los 2: Neubau von Ufermauern, der Rotkreuzwegbrücke, Mühlbachbrücken und zwei Streichwehren mit Drosselschieber am Mühlbach
Im August 2009 konnte mit den Bauarbeiten für das Los 2 begonnen werden. Hierfür erhielt die Firma Dietz, Weismain, mit einer Auftragssumme von 4,6 Mio. € den Zuschlag.

Rotkreuzwegbrücke (Stand 08/2010)

Mühlbachbrücke "Am Unteren Lauterdamm" (Stand 07/2010)

fertiggestellte Ufermauer (Stand 08/2010)

Kaskaden an der Goethebrücke zur Einleitung des Mühlbaches in den Lauterbach
Los 3a: Neubau der Schindsteigbrücke
Mit dem Bau des Loses 3a wurde im Mai 2010 begonnen. Die Schindsteigbrücke wird von der Firma STL-Bau, Sonneberg, mit einer Auftragssumme von 300.500,-- € erstellt.

Schindsteigbrücke (Stand 08/2010)
Los 3b: Gewässerausbau, Neubau der Brücke Schützenweg und Hallenabbruch
Baubeginn für den letzten Teilabschnitt war im Juni 2010. Das Los 3b wird durch die Firma Dietz-Bau, Weismain, mit einer Auftragssumme von 1,15 Mio. € in Angriff genommen.
Für die Gewässerverbreiterung mit begleitendem Weg musste eine ehemalige Brauereihalle der Maßnahme weichen.

Hallenabbruch (Stand 08/2010)

Brückenskizze Schützenweg
Entwurf Deinhard & Zacher, FH Deggendorf
Die Lauter wird auf der gesamten Baulänge von bestehenden 2,50 m auf ca. 6 m verbreitert. Dies ermöglicht nach Fertigstellung einen Abfluss von einem HQ 20 mit 20 m3/s.

Lauter vorher

Lauter nachher
Das Erstellen der Ausschreibungsunterlagen und des landschaftspflegerischen Begleitplanes erfolgte durch das Planungsbüro Strunz, Bamberg.
Die statischen Berechnungen und Ausführungszeichnungen erstellt das Ingenieurbüro Helmut Schlicht, Kronach.
Der Prüfingenieur für Standsicherheit ist Herr Erich Deiml, Nürnberg.
Die Baugrunduntersuchungen wurden vom Sachverständigeninstitut für Geotechnik, Nürnberg, veranlasst.
Das Ingenieurbüro Gartiser & Piewak, Bamberg, begleitet die Maßnahme mit einer geologischen Fachbauleitung in Fragen bezüglich des Untergrundes oder Gebäudeunterfangungen.

