Wasserwirtschaftsamt
Kronach

Umgestaltung der Mainaue in Unterbrunn
(Gemeinde Ebensfeld - Landkreis Lichtenfels)

Renaturierungen:

Ausgangssituation

Der Main wurde im Zuge der Flößerei um die Jahrhundertwende stark begradigt und mit Steinen verbaut. Das Wasser konnte sich nicht mehr in seiner ursprünglichen Breite ausdehnen. Dadurch hat der Main sein kiesiges Flussbett ausgeräumt und sich selbst "eingegraben"."Frischer" Kies kam durch den Seitenverbau nicht mehr nach. Als Folge der Eintiefung sank der Grundwasserspiegel in der Aue ab. Die Aue wurde bei Hochwässern seltener überflutet. Die Rückhalteflächen für die Wassermassen gingen verloren.

Die Flößerei ist heute kein Thema mehr, geblieben sind aber erhebliche Folgeprobleme der Flusskorrektion:

Weitere Probleme sind:

Ziele der Flusslaufverlängerung

Im Rahmen der Flusslaufverlängerung für den Main sind folgende übergeordnete Ziele aufgenommen:

Die "neue Mainschleife" wird in Anlehnung an den historischen Verlauf geschaffen. Der vorhandene wertvolle Bewuchs und das ehemalige Flussbett bleiben zum Großteil erhalten und werden in das Gesamtprojekt integriert.

Maßnahmen wie Vorlandabträge, Anlage von Flutmuldensystemen und die Schaffung von Auwaldstandorten unterstützen die Ziele der Gewässerentwicklung, sie helfen mit, den Hochwasserabfluss zu bremsen und sind Bestandteil des vorbeugenden Hochwasserschutzes.

Das Flussbett des Mains wird durch Kieszugaben stabilisiert, der Fluss kann sich in diesem frei dynamisch entwickeln. Fluss und Aue werden wieder miteinander vernetzt. Damit erhöht sich die Strukturvielfalt und diese verbessert die Lebensräume.

Eisvogel + Das Nest des Eisvogels ist eine selbstgegrabene Höhle in einer Steilwand

Umsetzung der Maßnahmen

Mit dem Kiesabbau in Unterbrunn wurde im Jahr 2000 begonnen. Der Kies wird voraussichtlich bis 2011 abgebaut.

Kooperation mit der Kiesindustrie

Das Vorhaben wird auf einer Fläche von über 80 Hektar verwirklicht. Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt des Freistaates Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach, kofinanziert von der Europäischen Union und den örtlichen Kiesunternehmern Fa. Josef Porzner und Fa. Gebr. Porzner.

Luftbild aus 2004 + Luftbild aus dem Jahr 2004

Ausblick

Ziel ist es, dem Main in seiner gesamten Lauflänge wieder ein naturnahes Gewässerbett und eine naturnahe Flussaue zurückzugeben. Die fertigen Abschnitte zeigen aber schon sehr deutlich, wie sich der Main vielleicht in 5 bis 10 Jahren weiterer "Gewässerentwicklungsarbeit" darstellen wird.